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Einleitung


Die Basis dieses Œuvrekatalogs bilden drei Publikationen: 1955 erschien die Monografie zu Alfred Wickenburg von Trude Aldrian, die auch ein Verzeichnis der Ölbilder enthielt. Darauf aufbauend veröffentlichte Wilfried Skreiner 1972 sein Buch über Leben und Werk Wickenburgs, in dessen Werkliste auch einige Fenster und Wandbilder aufgenommen wurden. Erst 1996 brachte der Sohn des Künstlers, Johannes Wickenburg, bearbeitet u.a. von Otmar Rychlik, ein reich bebildertes Werkverzeichnis mit Gemälden, Wandbildern und Arbeiten auf Papier heraus, die bis zum Jahr 1945 entstanden sind. Die beiden erstgenannten Publikationen wurden mit Hilfestellung des Künstlers selbst verfasst; jene aus dem Jahr 1996 erhielt durch die Erinnerungen des Sohnes an den Vater einen ganz besonders persönlichen Charakter.

Seit damals haben einige Werke ihren Standort gewechselt, und es sind bislang unbekannte Gemälde aufgetaucht. Eine intensive Beschäftigung verlangte vor allem das Spätwerk des Künstlers, das bisher kaum Beachtung gefunden hat. Ganz bewusst bildet das Jahr 1945 hier eine Zäsur, um eine Ergänzung zum Werkverzeichnis der Gemälde aus dem Jahr 1996 zu bilden und Wickenburgs neue Schaffenskraft nach dem Zweiten Weltkrieg deutlich hervorzuheben.

2010 erhielt das Belvedere durch Schenkung den Teilnachlass des Künstlers, der essenzielle Informationen für die Arbeit am Catalogue raisonné beinhaltet. Henriette Gorton-Wickenburg stellte alle übrigen Dokumente aus dem Nachlass zur Verfügung – diese Komplettierung ermöglichte es, zahlreiche Desiderate in der Wickenburg-Forschung zu erfüllen.

Zusätzlich fand eine gründliche Recherche in zahlreichen öffentlichen und privaten Archiven statt; Sammlerinnen und Sammler, Museen, Kunsthändlerinnen und Kunsthändler unterstützten dieses Projekt ebenfalls mit großzügigem Einsatz. Hier ist besonders die Neue Galerie Graz am Universalmuseum Joanneum (https://www.museum-joanneum.at/neue-galerie-graz) hervorzuheben, die über den umfangreichsten musealen Bestand von Werken des Künstlers verfügt.

So entstand im Belvedere ein Kompetenzzentrum zu Leben und Werk Alfred Wickenburgs. Das hier veröffentlichte Online-Werkverzeichnis der Gemälde, Glasfenster und Arbeiten auf Papier wird laufend aktualisiert und ergänzt.

Im vorliegenden Katalog sind die Werke chronologisch geordnet. Neue Erkenntnisse aufgrund des Dokumentationsmaterials sowie Stilanalysen führten zu Änderungen der bisher in der Forschung angenommenen Datierung einiger Ölbilder und Grafiken. Bis zum heutigen Tag verschollene Objekte werden, wenn möglich, durch historische Fotografien dokumentiert. Von einigen Gemälden, deren Standorte ungeklärt oder die nicht mehr existent sind, konnten keine Abbildungen aufgefunden werden – sie sind entsprechend gekennzeichnet.

Die Titel orientieren sich zum einen an den Bezeichnungen durch Wickenburg selbst, sofern diese vom Künstler an den Gemälden angebracht wurden, zum anderen an von ihm eigenhändig verfassten Listen. Langjährig in der Fachwelt tradierte Bezeichnungen wurden zum Teil beibehalten. Neu entdeckte und unbezeichnete Werke wurden nach Möglichkeit anhand der dargestellten Motive betitelt.

Die Literatur findet sich in Kurzform zitiert und in der Literaturliste, die separat aufrufbar ist, aufgelöst. Zu jedem Werk wurde die Provenienz recherchiert und eine eigene Ausstellungsgeschichte erstellt. Einzel- und Gruppenausstellungen lassen sich sowohl getrennt als auch gesamt chronologisch geordnet abrufen. Die Eingaben sind durch Werkverzeichnisnummern und Permalinks zitierfähig auffindbar.

Lucia Beck, 2018